Praxis & Medizin

Erhöht zu viel Blutzucker das Dickdarmkrebs-Risiko?

Es ist lange bekannt, dass Übergewicht das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs erhöht.
Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) haben jetzt belegen können, dass ein gestörter Zuckerstoffwechsel zu einem großen Anteil zum erhöhten Dickdarmkrebsrisiko beiträgt.

Etwa 1.000 erwachsene Personen nahmen an einer sogenannten Fall-Kontroll-Studie teil, mit der dieser Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Darmkrebsrisiko näher beleuchtet werden sollte. 266 Teilnehmer waren an Dickdarmkrebs und 186 an Enddarmkrebs erkrankt. Die restlichen gesunden Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Erwachsene, die pro Jahr über 300 g Körpergewicht zunahmen, ein um über 50 % erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs verzeichneten. Diese Risikoerhöhung zeigte sich bei normalgewichtigen Menschen ohne entsprechende Gewichtszunahme nicht. Ein ähnlich erhöhtes Risiko war auch bei Erwachsenen zu beobachten, die über einen 30-jährigen Zeitraum mehr als 9 kg Körpergewicht zugenommen hatten.

Interessanterweise scheinen eine zeitgleiche Erhöhung des Taillenumfangs sowie hohe Blutzuckerspiegel-Werte diese Risikobeziehung nachteilig zu beeinflussen. Ein erhöhter Taillenumfang ist in der Regel auf Fetteinlagerungen im Bauchraum zurückzuführen und ein länger erhöhter Blutzuckerspiegel deutet möglicherweise auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel hin.

Aus früheren Untersuchungen ist zudem bekannt, dass eine Störung des Fettstoffwechsels das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs erhöhen kann. Inwieweit eine ähnliche Aussage auch für einen gestörten Zuckerstoffwechsel zutrifft, muss nun in weiteren Studien untersucht werden.

Die Studienautoren weisen aber bereits jetzt darauf hin, dass diese entdeckten Zusammenhänge zwischen ungesundem Fett- sowie Zuckerstoffwechsel und Darmkrebserkrankungen wieder einmal zeigen, wie wichtig ein gesunder Lebensstil ist, indem darauf geachtet wird, sich nicht unnötig Körperfettmasse anzuessen.

Dickdarm- und Mastdarmkrebs (Kolonkarzinom) sind die häufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 50.000 Menschen neu an Darmkrebs. Gleichzeitig ist Darmkrebs unter den Krebserkrankungen die Todesursache Nummer 1.

 

Bleiben Sie gesund!

Ihr Medicalcenter Frankfurt

 

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Aleksandrova, K. et al.
Metabolic Mediators of the Association Between Adult Weight Gain and Colorectal Cancer: Data From the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Cohort
Am J Epidemiol 4/2017; 185(9): 751-764.


Darmkrebs, Tumoren des Verdauungstraktes